Was Sport wirklich bringt

Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, Rückenschmerzen: Du kannst das Risiko für viele Krankheiten minimieren, indem du regelmäßig Sport treibst. Unser Experte, der "Fitness-Doktor" Prof. Dr. Ingo Froböse, verrät, was im Körper genau passiert.

Ich sage immer: Bewegung ist die beste Medizin! Es klingt so banal, aber es stimmt. Sport hat nachweislich viele positive Effekte auf deine Gesundheit. Natürlich wirkt er nicht wie eine Pille – einmal Joggen, und zack, ist das Herzinfarktrisiko gebannt. Du musst dich schon regelmäßig bewegen, um deine Selbstheilungskräfte zu aktivieren (wie du mit Sport anfängst und dranbleibst, das verrate ich dir hier.

Sport tut Körper und Seele gut

Denn dein Körper braucht Zeit, um sich anzupassen. Er wird nach und nach kräftiger und stärker – und ist dann insgesamt weniger anfällig für Krankheiten. Regelmäßiger Sport hat Auswirkungen auf Atmung, Herz und Kreislauf, auf dein Immunsystem, deine Muskeln und Knochen, auf die Verdauung, das Gehirn und den Stoffwechsel. Außerdem tut er der Seele gut und hilft beim Abnehmen – oder verhindert, dass du überhaupt zunimmst.

Wie schnell sich Veränderungen einstellen, hängt von deiner Ausgangssituation ab und auch davon, wie du trainierst. Also wie oft und wie intensiv du in Bewegung kommst und welche Sportarten du bevorzugst. Einige Bereiche des Körpers passen sich grundsätzlich schneller an als andere:

  1. Zuerst verändert sich das Nervensystem.
  2. Dann dein Herz-Kreislaufsystem.
  3. Du baust Muskulatur auf.
  4. Sehnen und Bänder werden nachhaltig gekräftigt.
  5. Knochen und Knorpel werden gestärkt.


Phase 1: weniger Stress, besserer Schlaf

Diese Effekte wirst du bereits nach relativ kurzer Zeit wahrnehmen:

Du entwickelst ein besseres Körpergefühl. Schon nach wenigen Trainingssessions wird sich deine Körperwahrnehmung positiv verändern. Deine Haltung wird aufrechter, du spürst deinen Körper bewusster, dein Selbstbewusstsein verbessert sich. Du du bist stolz auf dich. Zurecht!
Dein Schlaf verbessert sich, du bist konzentrierter und leistungsfähiger. Wer Sport treibt, schläft besser und erholsamer. Auch die Konzentration und Leistungsfähigkeit am Tag steigen an, die kognitive Leistung verbessert sich.
Du wirst glücklicher und bist weniger gestresst. Sport reduziert nachweislich Stress, denn Stresshormone wie Cortisol werden abgebaut. Gleichzeitig fördert Bewegung die Freisetzung von Glückshormonen. Du wirst insgesamt ausgeglichener und gelassener. Einige Studien deuten darauf hin, dass Sport auch ähnlich wie ein Antidepressivum wirken kann.
Dein Energieverbrauch erhöht sich. Du verbrennst extra Kalorien und erhöhst deinen Grundumsatz. Das kann dir beim Abnehmen helfen.

Phase 2: starke Muskeln, starkes Herz!

Diese Erfolge stellen sich ein, wenn du etwas länger trainierst:

Dein Herz wird stärker. Dein Herzvolumen vergrößert sich – es wird mehr Blut mit weniger Schlägen gepumpt. Die Durchblutung verbessert sich und Organe und Muskeln werden optimal mit Sauerstoff und Vitalstoffen versorgt.
Dein Ruhepuls und Blutdruck sinken. Und das schont das Herz. Selbst Bluthochdruckpatienten erzielen mit regelmäßiger Bewegung große Erfolge – und können oft ganz oder teilweise auf Medikamente verzichten.
Du baust Muskeln auf. Das ist gut für Kraft und Haltung und schützt deine Knochen, Sehnen und Bänder. Außerdem benötigen Muskeln Energie und verbrennen Fett. Je mehr Muskeln du aufbaust, desto mehr erhöht sich außerdem dein Grundumsatz, auch, wenn du dich gerade nicht bewegst. Zudem werden beim Muskelaufbau Stoffe ausgeschüttet, die entzündungshemmend wirken.
Die Sauerstoffaufnahme verbessert sich. Also die Effizienz, mit der Sauerstoff im Körper transportiert und verwertet wird. Eine gute Sauerstoffaufnahme ist ein wichtiger, leistungsbestimmender Faktor im Sport.
Dein Stoffwechsel arbeitet aktiver. Ernährst du dich zusätzlich ausgewogen und gesund, kannst du abnehmen – oder dein Gewicht langfristig halten.
Dein Immunsystem wird gestärkt. Beim Sport schüttet dein Körper Botenstoffe aus, die Abwehrzellen mobilisieren. Die Wahrscheinlichkeit für Infekte sinkt.
All das kann im Zusammenspiel vielen Volkskrankheiten vorbeugen. Das Risiko für Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt oder auch Krebs und Depressionen kann sinken, wenn du dich regelmäßig sportlich betätigst.

Der Mix macht’s – und warum auch Pausen wichtig sind

Dafür solltest du möglichst vielseitig trainieren. Am besten wählst du eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Bei Ausdauersportarten wie Laufen oder Radfahren wirst du schnell Erfolge verbuchen können, deine Ausdauer wird schon nach wenigen Trainingseinheiten besser werden. Beim Krafttraining dauert es etwas länger, da die Muskulatur Zeit für die Anpassung benötigt. Und ganz wichtig: Neben der Bewegung ist auch das Thema Erholung entscheidend. Nur wenn du deinem Körper immer wieder kleine Ruhepausen gönnst, kann er sich optimal anpassen und langfristig Fortschritte machen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Trainieren!

Dein
Ingo Froböse

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