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Ziele erreichen: Angie, wie machst du das?

Die beste Motivation für Angelique Kerber? Zu sehen, dass sie sich verbessert. Aber das kann man nicht erzwingen. Sondern nur sich erarbeiten. Ihr Tipp: eine gute Balance zwischen Anspannung und Entspannung.

Bevor ich in eine neue Saison starte, bereite ich mich ca. fünf Wochen intensiv mit meinem Team vor. Vor der ersten Trainingseinheit steht immer eine Analyse des letzten Jahres: Was ist gut gelaufen? Woran können wir noch arbeiten? Mein Anspruch ist es, immer das Beste aus mir rauszuholen. Aktuell arbeite ich zum Beispiel wieder intensiver an meiner Fitness, um meine Beinarbeit noch besser zu machen.

Tatsächlich gehe ich nie auf den Platz und trainiere einfach nur so, es gibt immer einen Plan, den wir ständig reflektieren, hinterfragen und neu anpassen. Ich liebe es, beim Training ins Detail zu gehen. Natürlich ist das als Profisportlerin auch mein Job, aber tatsächlich würde ich jedem, der Sport macht, empfehlen, sich vorher genau zu überlegen, was man eigentlich trainieren möchte. Schließlich hat man schon den ersten Schritt gemacht und beschlossen, die Zeit zu investieren und da wäre es doch toll, diese auch effektiv zu nutzen.

Mir gibt es immer einen besonderen Motivationsschub, wenn ich sehe, dass sich Dinge, die ich trainiere, verändern und entwickeln. Dieses Gefühl stärkt mein Selbstvertrauen und hilft mir sogar, schwierige Phasen in Matches selbstbewusst zu überstehen. Weil ich weiß: Ich kann zurückkommen.

Fokussiere dich auf deine Stärken

Was mich auch auf meinem Weg unterstützt, ist mir immer wieder meine Stärken bewusst zu machen: meine Fitness, die Schnelligkeit, meine Spielverständnis, meine Ausdauer, die Variabilität im Spiel. Ich spiele umso besser, je näher ich an mir dran bin. Wenn ich es in diesen Zustand schaffe, ist es fast egal, gegen wen ich spiele und worum es dabei geht. Ich bin dann innerlich ganz ruhig, richtig im Flow, das Spiel funktioniert dann fast wie von selbst.

Um mich in diesen Zustand zu versetzen, brauche ich vor jedem Match zwanzig Minuten für mich alleine. Das ist ein festes Ritual. Ich höre Musik, visualisiere nochmal, was ich mir für das Spiel vorgenommen habe, lasse mich von meinen positiven Emotionen tragen, spüre aber auch den Druck und die Erwartungen. Diese Situation ist schon sehr besonders, aber genau dafür mache ich das alles, der Schweiß, die Zeit im Kraftraum – dieser Wettkampf ist meine Leidenschaft.

Auszeiten sind wichtig

Trotzdem hält man eine solche Anspannung kein ganzes Turnier durch. Die Leistungsdichte im Tennis ist heute unglaublich hoch. Für mich bedeutet das, es gibt keine unwichtigen Spiele, und es kann immer passieren, dass man schon in der ersten Runde rausfliegt. Das ist ein enormer Druck. Deshalb nehme ich mir ganz bewusst Auszeiten.

Bei den US-Open gehört es für mich beispielsweise dazu, an den freien Tagen in den Central Park zu gehen, ein Buch mitzunehmen und das Handy auszuschalten. Über die Jahre habe ich gelernt, mit dem Erwartungsdruck klarzukommen und meine Emotionen zu kontrollieren. Dafür brauche ich aber auch meine Freiräume, und wenn es bedeutet, dass ich mir diese bei einem vollen Terminkalender erkämpfen muss.

Erfolg ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Gleiches gilt auch für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Meine Empfehlung ist: Stecken dir Ziele, habe einen Plan, aber achte auch auf dich: Erlaube dir Pausen, um dich zu erholen, wieder Kraft zu tanken und motiviert zu bleiben.

Deine Angie

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