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Möchtest du vor Freude schreien? Probier Ski alpin!

Für Fans ist es das Größte: pure Lebensfreude im Schnee. Es ist nie zu spät, anzufangen – wenn du daraus ein Fitness-Programm fürs ganze Jahr machst

Wen es einmal gepackt hat, meist als Kind, der kommt nicht mehr davon los. Und will es auch gar nicht. Ski-Fans träumen ein ganzes Jahr von den zehn Tagen, mit Glück mehr. Ski-Urlaub: In der strahlenden Wintersonne über glitzerndes Weiß gleiten, rasen, schwingen, ganz nach Geschmack und Können. Vom Après-Ski, den geselligen Abenden, gar nicht zu reden.

Das größte sportliche Glück

„Wir Skiläufer schreien oft vor Freude!“ Das sagt Andreas Dietrich, Skilehrer und Dozent für Sportwissenschaft an der Uni Tübingen. „Kein anderer Sport hat diese Kombination: Bewegung, Natur, Schnee, Tempo.“ Du entwickelst ungeahnte Fähigkeiten, erweiterst deine Grenzen. All das in der Natur, die ein zeitgemäßer Skisport respektiert und schützt.

Adrenalin und Endorphin, das Glückshormon, quellen über – was so viel Spaß macht, muss auch gesund sein. „Sicher“, bestätigt Dietrich, „aber wenn es auf die zehn Tage Skiurlaub begrenzt bleibt, gibt es natürlich keinen nachhaltigen Fitness-Effekt.“

Sport als Teil des Lebens

Was der Experte beobachtet hat: Das Vergnügen am Skiurlaub zieht uns wie von selbst in ein aktives Dasein. Dietrich: „Die Freude am Ski sensibilisiert für ein gesundes, sportliches Leben.“

Auf dem Weg zu der heißersehnten Skireise ergibt sich das praktisch von selbst. Denn aus körperlicher Passivität auf die Piste zu gehen, kann nicht funktionieren. „Ein Fitness-Programm vor dem Skiurlaub ist unerlässlich“, sagt Andreas Dietrich. „Geeignet dafür ist alles, was Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit übt.“

In Dietrichs Kursen haben sich zum Beispiel Balance-Bretter bewährt. Noch besser sind motorgetriebene Vibrationsplatten (in Studios), die tatsächlich das Rütteln auf der Piste gut simulieren. Ein Gymnastikprogramm dort verdoppelt den Trainingseffekt. Ein Zirkel-Training ist ideal, um Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen mit einem Ausdauertraining zu verbinden.

Natürlich sind alle Sportarten als Ergänzung geeignet, die wir hier vorstellen – mit und ohne Ball. Wenn die Reise in die Berge näher rückt, ist immer noch die klassische Skigymnastik gut, wie sie Christian Neureuther und Rosi Mittermaier einst vormachten: viel in der Abfahrtshocke, Ausfallschritte, auch mit Stöcken zum Abstützen. Dazu Kniebeugen, mit Gewicht oder ohne, um die Fliehkräfte mit dem Oberschenkel auffangen zu können.

So fängst du (wieder) an

Zugegeben: Ski alpin ist ein aufwendiger Sport. Es sei denn, du wohnst in der Nähe von einem Skigebiet – aber dann läufst du ja sowieso. Für die anderen gilt: das Vergnügen im Schnee will geplant, gebucht und – vor allem! – vorbereitet sein.

Falls du es nach einer längeren Pause wieder versuchen willst, wirst du den Sport vielleicht kaum wiedererkennen. Vor 20 Jahren kamen die Carving-Ski auf. Andreas Dietrich: „Das ist ein Fortschritt, den ich damals nicht für möglich gehalten hätte. Man kommt viel schneller und leichter zum Skifahren.“ Erst rund zehn Jahre alt sind die Rocker-Ski, kürzer gebaut und mit noch besserem Griff der Kanten. Das ist heute der ideale Anfänger-Ski.

Die Revolution im Skibau – nicht schlecht nach einigen Hundert Jahren Geschichte – erleichtert nicht nur das Fahren. Durch die bessere Kontrolle in den Kurven sinken auch ungute orthopädische Belastungen, gerade für den Rücken.

Das bringt es deiner Fitness

Das Laufen selbst ist natürlich gut, es trainiert Koordination, Kraft und Schnelligkeit. Der Effekt für Herz und Kreislauf kommt aber im Vergleich zu anderen Sportarten zu kurz – einer der Gründe, warum ergänzendes Training wünschenswert ist. Dafür setzt der Skisport Reize, die anderswo nicht zu haben sind: das Naturerlebnis, die klare Winterluft, die Bewegung in der Höhe.

Darauf solltest du achten

Es ist nicht zu leugnen: Beim alpinen Skilauf geschehen Verletzungen. Du kannst gegensteuern mit Konzentration, vorausschauendem Fahren, einer guten Trainingsgrundlage. Und selbstverständlich solltest du auf der Piste nüchtern sein.

Und: Vorsicht am Lift. Ein erstaunlich hoher Anteil der Verletzungen passiert nicht bei hohem Tempo, sondern – im Stehen. In der Schlange nicht aufgepasst, blöd weggerutscht – diese Art Unfälle lassen sich vermeiden.

Ein Trainer hilft!

Anfänger sollten einen Skikurs über mindestens drei Tage machen. Experte Andreas Dietrich sagt: „Fehler automatisieren sich und können dauerhaft den Spaß verderben. Ein guter Skilehrer erkennt das und steuert sofort dagegen.“

Leihen oder kaufen? Die Ausrüstung

Hochwertige Ski, Schuhe und Bindung sind nicht billig. Zum Ausprobieren im Urlaub empfiehlt sich das Leihen vor Ort. Dietrich: „Da gibt es kein minderwertiges Material wie früher, das können die Orte sich gar nicht leisten.“ Tipp: Oft geht Leihen mit Kaufoption, die Gebühr wird auf den Preis angerechnet.

Für wen geeignet?

Andreas Dietrich sagt: „Es ist nie zu spät!“ Je fitter du bist, desto leichter gelingt ein später Einstieg. Ganz wichtig ist die innere Einstellung: Viele Menschen wollen aus dem kurzen (und eventuell teuren) Skiurlaub das Maximum an Erlebnis, Aktivität und sportlichem Fortschritt herausholen. Der Experte empfiehlt eine andere Haltung: „Entspannt bleiben, nichts erzwingen, nicht verkrampfen.“

Die junge Alternative: Snowboard

Snowboard ist eine eigene Welt – in jeder Hinsicht. Eine ganz andere Technik: auf einem Brett stehst du fast quer zur Fahrtrichtung, die Bewegungsmuster kommen vom Surfen und Skateboarden. Eine eigene Kultur, sogar Sprache: Snowboard ist der Sport der Jungen, Coolen mit einem Hang zu Akrobatik. Das sind Millionen, und sie haben Olympia und große Teile des Markts und der Pisten erobert – doch du musst dich in dieser Gruppe wohlfühlen können, sonst bleibst du ein Außenseiter.

Was für Ski alpin überhaupt gilt, trifft hier noch mehr zu, weil es technisch anspruchsvoller ist: Fitness ganzjährig trainieren! Skikurs belegen! Dann ist es, nach allem, was man hört – ein Heidenspaß.

Überraschende Dinge zum Weitererzählen

Temporausch: Der Italiener Ivan Origone hat 2016 den aktuellen Weltrekord für Geschwindigkeit auf Ski aufgestellt: unfassbare 254,958 Stundenkilometer. Damit löste er übrigens seinen Bruder Simone ab. Innerhalb eines normalen Weltcup-Rennens erreichte der Franzose Johan Clarey in Wengen 161,9 km/h.

Legenden: Die Abfahrt ist die Königsdisziplin im Skisport, und es gibt eine kleine Gruppe von klassischen Strecken: Lauberhorn (Wengen, Schweiz), Streif (Kitzbühel, Österreich), Corviglia (St. Moritz, Schweiz), Kandahar (Garmisch-Partenkirchen, Deutschland). Manche zählen noch Saslong (Gröden, Italien) und Oreiller-Killy (Val d’Isère, Frankreich) dazu.

Ski-Zirkus: Die beiden größten Skigebiete der Welt liegen in Frankreich: Les Portes du Soleil (um Avoriaz, zum Teil in der Schweiz) mit 650 Pistenkilometern (nach eigenen Angaben) und Les Trois Vallées (Val Thorens, Méribel und Courchevel) mit 600 Kilometer Piste.

Ehrgeiz: Ski können recht genau auf die Fähigkeiten abgestimmt werden. Dies lernt jeder, der im Skigeschäft anfängt, sehr schnell: Der Kunde hält sich (fast) immer für sportlicher und versierter, als er tatsächlich ist – oder möchte jedenfalls so gesehen werden.
Sei schlau und tu’s nicht ...

Diese Prominenten lieben Ski

St. Moritz, Kitzbühel, St. Anton, Davos – dort trifft man immer noch, was man früher „Jetset“ nannte. Also die Schönen und Reichen, beim Alpinski auch Hochadel und gekrönte Häupter. Von Juan Carlos bis Prinz Charles, von Willem-Alexander bis Frederik (von Dänemark).

Welche Sportler solltest du kennen?

Lindsey Vonn. Erfolgreichste Rennläuferin, die es je gab: 82 Weltcupsiege (vor der Saison 18/19). Wollte gegen Männer antreten, nicht erlaubt. Lange große Rivalität mit Maria Höfl-Riesch, die bei Olympia erfolgreicher war. Ihr Fitness-Buch heißt: „Strong Is the New Beautiful“.

Viktoria Rebensburg. Ist seit vielen Jahren die beste deutsche Athletin. Im Riesenslalom kaum schlagbar, daneben immer besser in Super-G und Abfahrt.

Rosi Mittermaier. Alpiner Erfolg ist in Deutschland eine Familien-Angelegenheit. „Gold-Rosi“ von Olympia 1976 bildet ein Traumpaar mit dem früheren Slalom-As Christian Neureuther, ihr Sohn Felix sammelte bislang fünf WM-Medaillen.

Prof. Dr. Ingo Froböse

Unser Experte

Andreas Dietrich

ist Skilehrer und Dozent an der Uni Tübingen, Fachbereich Gesundheitssport.

Lust auf die Loipe

Ob Skating oder klassisch – Langlauf gehört zu den besten Fitness-Sportarten überhaupt. Ein Rundum-Workout in der glitzernden Winterwelt.

Auf’s Eis wagen

Fast jeder hat es als Kind getan...geh’ mal wieder aufs Eis! Schlittschuhlaufen fordert den ganzen Körper und ist ein herrlicher Spaß. Tipp: wunderbar mit Kindern!

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